Anhand von diesem wunderschönen Song von Antonio Carlos Jobim möchten wir Schritt für Schritt zeigen wie man den ScaleTwister anwenden kann.
Klicke in die Noten und du kannst HowInsensitive als Midifile runterladen.

In einem ersten Schritt suchen wir Dm.
Links finden wir in der Legende die lilafarbene Dorische Skala.
Den Zeiger vom Rad stellen wir auf D.
Die lila Farbfelder zeigen uns die Töne, die zum Dm-Akkord passen.
D E F G A B C
Suche deinen persönlichen Sound, experimentiere mit den anderen
Moll-Skalen. Pentatonik geht sicher auch. Versuche die unterschiedlichen
Färbungen von Melodisch-, Harmonisch- oder Natürlich-Moll zu spüren.
ScaleTwister zeigt uns, welche Töne zu Dm nicht passen (weisse Felder): Eb Gb Ab

Links finden wir in der Legende die gelbe Anwendung «Position» (Stufen).
Keine Vorzeichen bedeutet
C-Dur, also stellen wir den Zeiger auf C und können so auf der Positions-Farbe
Gelb die Stufe ablesen.
Dm ist die 2. Stufe von C-Dur.
Die Bluesprogressionen durchlaufen immer
die Stufen I, IV und V. Mit diesem Tool finden wir die Stufen in sämtlichen
Tonarten im Handumdrehen.
Beispiel Blues in D hat die Stufen:
D G A

Wir suchen auf der Legende «Chord-Clock» mit der Farbe orange und stellen das Rad auf die Position D.
Auf dem
orangen Kreis sind die Akkorderweiterungen mit Zahlen notiert. Wir suchen
die 9 und können auf dem grauen Hintergrund den Ton E ablesen.
Also ist im Akkord Dm9 der Ton E die Erweiterung, die den Charakter
ausmacht. Spiele beim Solieren ruhig diesen Ton, er färbt!
Eine
Moll-Skala können wir durch
eine parallele
Dur-Skala ersetzen.
In der Legende sehen wir die Farben des Quintenzirkels: Blau, Weiss, Rosa.
F ist die parallele Tonart von Dm.
OK, spielen wir doch mal in F-Dur über
Dm, das klingt hip!
Die Rosa Farbe nicht vergessen! F-Dur und Dm haben die gleichen Vorzeichen.
Jetzt ist wohl alles klar!
Substitution ist das Zauberwort.
In der Legende finden wir Diminished begin with W step.
Wir stellen das Rad auf die Tonart Cis und finden mit den Ockerfarbfeldern die Töne Cis Dis E Fis G A Bb
Et voilà: Wir spielen Cis vermindert!
Cm:Minor ScaleTwister, Dorian, Zeiger auf C stellen
C D Eb F G A Bb
Utilities, Zeiger auf C stellen, Chord-Clock, die Akkorderweiterung 6 entspricht dem Ton A
Jazzer verwenden oft die Melodische Moll-Skala. Sie passt zu den meisten Moll-Akkorden.
Minor ScaleTwister, Melodic, Zeiger auf C stellen:
C D Eb F G A B
G7:Dom7 ScaleTwister, Mixolydisch, den Zeiger auf G stellen.
G A B C D E F
Das B nach dem Schrägstrich bedeutet, dass der Bass ein B spielen muss.
Nehmen wir doch mal das Majorrad, stellen den Zeiger auf C und vergleichen nun die zwei Skalen. C Major und G7 sehen gleich aus!
Mehr Informationen dazu bei den Modi der Dur-Tonleiter.

Major ScaleTwister, Major, den Zeiger auf Bb stellen.
Bb C D Eb F G A
Mehr Informationen zu den Akkorden.
Ebmaj7:Major ScaleTwister, Major, den Zeiger auf Eb stellen.
Eb F G Ab Bb C D
Mehr Informationen zu den Akkorden.
Em7b5:Minor ScaleTwister, Major, den Zeiger auf E stellen.
E Gb G A B Db D
Mehr Informationen zu den Akkorden.
b5:UtilitiesTwister, Chord-Clock, den Zeiger auf E stellen, bei Orange b5 ist der Ton Bb
Die mollb5 und die verminderten Akkorde enthalten bei gleicher Tonart identische Töne.
Also haben wir hier eine Variante, um über den Akkord eine andere Skala zu spielen oder umgekehrt einen anderen Akkord für die Begleitung zu wählen.
Zu m7b5 passt auch die Locrian Half Diminished Skala.
Soweit
alles klar. Aber du spielst ein Instrument, das nicht auf C gestimmt ist. Zum
Beispiel ein Tenorsaxophon? Auch hier hilft dir ScaleTwister weiter. Du stellst
den Zeiger auf die Tonart, in der dein Instrument gestimmt ist, in diesem Beispiel
– beim Tenorsax – auf Bb. Dann wählst du auf dem grauen Untergrund die Note,
die du transponieren musst, z.B Cis.
Transposition ist die grüne Farbe auf dem Rad. Also suchen wir auf der grünen
Fläche den transponierten Ton: Dis.
Das wars…
Zu jedem Thema findest du im Stichwortverzeichnis einen Link zu den Erklärungen, Du kannst auch die Suchmaschine dazu benutzen. Benutze unsere Website zum besseren Verständnis und für Hintergrundinformationen.
Hast du Fragen oder Anregungen, kannst du uns via Mail erreichen (die Links dazu findest Du in der Fusszeile jeder Seite). Wir freuen uns auf dein Feedback!
Robert Ruegg, Musiklehrer an der Swiss Jazz School Bern, hat für uns den ScaleTwister getestet und empfohlen, die Gehörbildung als Pendant zum ScaleTwister auf unserer Website nicht zu vergessen!
Es gibt kein Thema, das für einen Musiker von so zentraler Bedeutung ist und gleichzeitig so viel Frustration, Verärgerung, Unsicherheit, ja sogar Angst auslöst.
Warum nur? Die Antwort ist einfach. Jeder Musiker weiss, dass er ohne gute Ohren keine Chancen hat.
Gehör und Wissen sollen sich idealerweise synchron entwickeln. Tatsache ist jedoch, dass das Gehör fast immer im Hintertreffen ist.
Das Ohr ist das Tor zur Musik, die Schnittstelle zwischen der inneren, imaginären Welt und der Realität des Klangs. Das Gehör ist für jeden Musiker der wichtigste Sinn, seine Antenne, das Bindeglied zwischen seinen Ideen und seinen Fingern.
Wer theoretisch mit Skalen und Akkorden zu hantieren vermag, ist noch kein guter und überzeugender Musiker. Wie heisst es doch so treffend: «Man kann alles wissen und dennoch nichts verstehen!»
Musik kann bestens ohne Theorie leben – Theorie ohne Musik aber nicht.
Nutzt die vielen Vorteile, die der ScaleTwister mit sich bringt, vergesst aber die Gehörschulung nicht!
Literatur zu diesem Thema: z.B. Neue Jazz-Harmonielehre von Frank Sikora
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